Zur Vertiefung:

  • Wissenschaftliche Positionen und Kongresse zur Jungenbeschneidung:
  • Ärztliche S2k-Leitlinie „Phimose und Paraphimose", herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) unter Beteiligung der Deutschen medizinischen Fachgesellschaften für Urologie (DGU) und für Kinder und Jugendmedizin (DGKJ), dem Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der Deutsche Gesellschaft für psychosomatische Medizin und Ärzliche Psychotherapie (DGPM), der Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendpsychotherapeuten in Deutschland, verfasst 9/2017, nach Abstimmung in den jeweiligen Gesellschaften freigegeben im Dezember 2017:

    http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/006-052l_S2k_Phimose-Paraphimose_2017-12.pdf
  • Wissenschaftliches Symposium: „Genitale Autonomie - Körperliche Unversehrtheit, Religionsfreiheit und sexuelle Selbstbestimmung - von der Theorie zur Praxis“
  • 6. Mai 2014 an der Universität Köln, ausgerichtet von pro familia NRW und der Fachgruppe der Beschneidungsbetroffenen im Mogis e.V. Alle Fachvorträge sind hier nachzuhören:

    https://genitale-autonomie.de/videos-der-vortraege/
  • Literaturliste Jungenbeschneidung:
  • Sex As Nature Intended It: The Most Important Thing You Need to Know About Making Love, But No One Could Tell You Until Now“ von Kristen O ́Hara 2001

    „Der Beschneidungsskandal“ von Hanny Lightfoot-Klein, übersetzt ins Deutsche von Dr. gyn Sabine Müller), Orlanda Frauenverlag, 2003

    „Meine Beschneidung“ Eine Comic-Erzählung des Charlie-Hebdo-Zeichners Riad Sattouf, erschienen im Rahmen des Förderprogramms des französischen Außenministeriums, vertreten durch die Kulturabteilung der französischen Botschaft in Berlin, Originalausgabe Paris 2008, deutsche Erstausgabe 2010, www.reprodukt.com

    Oldu da Bitti Masallah - Tarih, Din, Etik ve Cocuk Haklari Acisindan Sünnet“ des türkischen Autors Kaan Göktas, Ozan Yayincilik Ltd, Istanbul 2012,
    ISBN: 978-605-4723-11-9, www.ozanyayincilik.com

    „Das große Zirkumpendium - Die Wissenssammlung rund um das Thema männliche Beschneidung“ von Stefan Schritt, herausgegeben von Mogis e.V. - Eine Stimme für Betroffene 2013, Download und Verbreitung ausdrücklich erwünscht: abgeblogged.rz-etelsen.net/zirkumpendium/

    „Die Beschneidung von Jungen - Ein trauriges Vermächtnis“ von Prof. Dr. Matthias Franz (Herausgeber), Göttingen 2014,

    „Unspeakable Mutilations - Circumcised Men Speak Out“ von Lindsay R. Watson, Asburton, New Zealand 2014

    „Charlie in der Badewanne Ein Vater-Sohn-Gespräch über Vorhaut, Phimose und Beschneidung“, für Eltern und Jungen ab 6, Kinderbuch von Mario Lichtenheldt, Hamburg 2014

    „Ent-hüllt! Die Beschneidung von Jungen. Nur ein kleiner Schnitt? Betroffene packen aus über Schmerzen - Verlust - Scham“ von Clemens Bergner, Hamburg 2015

    „Männliche Sexualität und Bindung“Das Buch zum Kongress, herausgegeben von Matthias Franz und André Karger, darin der Beitrag von Matthias Franz: „Genitalbeschneidung: „Patriachalische Loyalität statt Bindung?“, andenhoek & Ruprecht, 2017, Bestellung unter: www.v-r.de/de/maennliche_sexualitaet_und_bindung/t-0/1094853/

    „Kinderschutz - Haben wir ein Problem?“Das Buch zum Kongress der Kinderschutz-Zentren im Herbst 2016 in Essen, herausgegeben von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren e.V., darin der Beitrag von Renate Bernhard und Dr. Kolja Eckert (Kinderchirurg)

    „Beschneidung von Jungen und Mädchen - (K)ein Thema für den Kinderschutz?“ Ss. 247-281, Juli 2017

  • Filme zur Jungenbeschneidung:
  • „Circumcision“ - ein Film über Beschneidung des Israelischen Journalisten Ari Libsker, 2012. Libsker präsentiert negativ Betroffene und einen Arzt, der zugibt, dass viele Beschnittene sexuelle Probleme haben, man es ihnen aber nicht sage. Er stellt Juden vor, die das Alternativritual Brit Shalom befürworten und zeigt ansonsten, welch starker Druck auf den Menschen lastet, die Beschneidung dennoch zu vollziehen, um dazu zu gehören und nicht als Außenseiter gebrandmarkt zu werden - und dies auch wenn sie nicht religiös sind. www.youtube.com/watch?v=XN65C9tbLP0

    „Einschneidendes Erlebnis“- Eine Dokumentation über die Bedeutung der männlichen Beschneidung für Juden und Moslems von Christian Meyer & Fatih Aydin, 2016. Eine Gegenüberstellung von Interviews mit mehreren jüdischen und muslimischen Männern, die von der Erfahrung ihrer Beschneidung berichten und welche Schlüsse sie daraus ziehen. Im Zentrum ein junger Mann, der sich sehr tief und kritisch mit seiner Beschneidung auseinandergesetzt hat. Sein Wissen und selbstbewusstes Auftreten ergänzen manch unsichere Aussagen zu Sinn und Zweck des Erlebten. Ein Film, der jede(n) da abholen kann, wo er / sie gerade steht und der dennoch zu kritischem Nachdenken anregt. Insbesondere auch durch das auf der DVD vorhandene Zusatzmaterial. Bestellung über RMBernhard@web.de, 0178 / 38 38 98 3

    „Simon sagt Auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut“ Spielfilm, Deutschland 2015, Regie: Viviane Andereggen. Komödie über die Zerrissenheit des 12jährigen Simon, der kurz vor seiner Bar Mitzwa noch nicht beschnitten ist. Seine Eltern haben sich sehr gegensätzlich entwickelt und leben getrennt. Der Vater verfolgt alle Regeln und Rituale des Judentums mit Inbrunst, die Mutter widmet sich mit gleicher Inbrunst dem Verfassen erotischer Liebesromane. Dazwischen Simon, dessen Vater ihn gern beschnitten sähe, dessen Mutter das mit aller Macht verhindern will. Und dann ist da noch die hübsche neue Rabbinerin, in der Simon sein „Weib der ersten Liebe“ zu erkennen glaubt, für deren Eroberung er auch zu Opfern bereit ist ... Ein Film, der alle Aspekte des Themas anspricht, mit einem Ausgang, der von negativ Betroffenen als Verharmlosung empfunden wird. Für Nicht-Betroffene ein erster, leichter Einstieg in das Thema der jüdischen Tradition der Jungenbeschneidung, der ernsthafter kritisch vertieft werden sollte, z.B. mit dem Film „Circumcision“ https://de.wikipedia.org/wiki/Simon_sagt_auf_Wiedersehen_zu_seiner_Vorhaut

    Kebab extra scharf ! Spielfilm, Österreich 2016, Regie: Wolfgang Murnberger, Erstausstrahlung: ARTE 14.9.17. Eine Komödie, in der das vom Großvater einer widerstrebenden Familie verordnete Beschneidungsfest für einen noch unbeschnittenen 11jährigen eine zentrale Rolle spielt. Ein Spielfilm, der zeigt, dass es unter Türken auch unbeschnittene Männer gibt, die das durchaus zu schätzen wissen. Ein Junge, der keine Beschneidung möchte, aber zwischendurch einknickt. Ein Vater, der trotz eigener schlechter Erinnerungen an seine Beschneidung zunächst bereit ist, die Vorhaut seines Sohnes zu opfern, um sich vor der finanziellen Übermacht seines Schwiegervaters zu beugen, der am Ende aber doch interessante Tricks erfindet, um seinen Sohn zu schützen. Und ein traditioneller Großvater, der das alles noch will, obwohl - oder gerade weil? - ihm sein eigener Großvater Salz in die frische Wunde gestreut hatte, der aber geschickt überlistet wird von einer Familie, die schon viel moderner ist als er. Das alles zum Schmunzeln, zuweilen auch herzlich Lachen, dadurch leicht, sich trotzdem mit diesen Fragen auseinander zu setzen, weil bei aller Komik jede der Figuren in sich schlüssig bleibt und keiner denunziert wird. Eine gute Form der Annäherung an ein kritisches Thema ! Ob auch für die, die es wirklich betrifft, ist fraglich? Für Deutsche sicherlich.https://de.wikipedia.org/wiki/Kebab_extra_scharf!

    Die Wunde- Filmdrama, Langfilmdebüt des weißen südafrikanischen Regisseurs John Trengove, 2017 im Wettbewerb des Sundance Festivals und Eröffnungsfilm des Panorama-Hauptprogramms der 67. Berlinale, deutscher Kinostart: 14.9.17 Der Film bricht gleich zwei Tabus: er thematisiert Homosexualität in Afrika, worauf in manchen afrikanischen Ländern noch immer die Todesstrafe steht. Und er tut dies, Einblick gewährend, in eine Welt, die traditionell geheim und mit Schweigegebot belegt ist: Er zeigt die Riten der Ukwaluka, die Qualen und Erniedrigungen im Zusammenhang mit der traditionellen Beschneidung, die ua. der südafrikanische Stamm der Yhosa seine Söhnen im Alter zwischen 16 und 23 Jahren erleiden lässt, um sie so zu „Männern“ zu machen. Nelson Mandela war einer von ihnen … In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Berichte von Todesfällen und schweren Verstümmelungen als Folge der Ukwaluka in Südafrika. Die traditionelle Jungen-/Männerbeschneidung wird aber nicht nur dort sondern Afrikaweit ausgeführt. Mehr über das Leiden der Betroffenen unter http://www.ulwaluko.co.za.Die erste Penis-Transplantation weltweit wurde übrigens an einem Opfer der Ukwaluka ausgeführt. Im Vergleich zu dieser Realität ist die im Film gezeigte Geschichte noch recht harmlos, die Beschneidung nur ein Randthema. Im Fokus ist hier Homophobie. Verleih: Edition Salzgeber Mehr Infos unter über den Film unter: www.die-wunde-film.de/film.html www.spiegel.de/kultur/kino/die-wunde-kritik-zum-kinofilm-ueber-schwules-begehren-in-suedafrika-a-1167473.html https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Wunde



Stellungnahmen und öffentliche Position namhafter Personen und Organisationen zum Thema Jungenbeschneidung: