Mein Werdegang als Dolmetscherin und Übersetzerin:
Die spannende Welt der Interkulturalität

70er Jahre: Schule - die Entdeckung der Interkulturalität In der Schule hatte ich blaue Briefe in Englisch und Französisch, den einzigen Fächern, in denen ich Nachhilfe brauchte. Die aber war nachhaltig. Bei Schüleraustauschen und ersten Frankreichaufenthalten fing ich schon bald Feuer für die spannende Welt der Interkulturalität, die mir die Sprachen eröffneten.

80er Jahre: Studien- und Reisejahre
Das Lehramtsstudium für Französisch und Englisch führte mich zunächst als Au-pair-Mädchen nach Paris und nach Cambridge. Dann folgten Reisen durch England und Südafrika sowie ein Studienaustausch mit Nancy. 1983/84 ging ich ein Jahr als Assistante nach Lyon / Frankreich. Parallel zur Lehrtätigkeit an einem französischen Gymnasium studierte ich an der Universität Lyon II und schloss das Jahr mit der Licence (= Bachelor für Deutsch als Fremdsprache) ab. 1984/85 folgte zum Polieren des Englischen ein Studien-Stipendium an der University of Western Ontario in London, Kanada.

90er Jahre: Touristenbetreuung und weitere Welterkundung
Zurückgekehrt nach Düsseldorf und parallel zur Vorbereitung des Staatsexamens (Abschluss 1988) begann meine mehrjährige Mitarbeit als dreisprachige Stadtführerin für die Stadt Düsseldorf und meine Tätigkeit als Übersetzerin/Dolmetscherin. Auch als meine Freiberuflichkeit als Kulturjournalistin längst begonnen hatte, blieb ich der Stadt Düsseldorf als Dolmetscherin treu, half immer wieder aus, wenn die BürgermeisterInnen internationale Gäste empfingen oder dolmetschte auf den großen Düsseldorfer Messen, wie etwa der DRUPA.

Reisebüro-Kontakte (Hagen Incentives, Düsseldorf und Westtours Reisen, Bonn) mündeten bald in Projektmitarbeit bei Planung und Gästebetreuung internationaler Kongresse (Incoming-Tourismus) und führten mich ab 1987 als Fachreiseleiterin mit internationalen Gästen durch die Welt (Outgoing). So war ich mit europäischen Ford-Autohausbesitzern auf Incentive-Reisen in Singapur und Bali, mit deutschen Bienenzüchtern auf einer Fachreise durch Brasilien, mit Bierbrauern auf Rundreisen durch Malaysia und China, mit internationalen Gießereifachleuten auf Fachbesichtigungsfahrten durch Deutschland und - diese Phase 1992 abschließend - mit den Journalisten, die den damaligen Kanzler Kohl auf einer Asienreise begleiteten, in Indien, Singapur, Japan, Korea.

Bis heute: Dolmetschen und Übersetzen für Kunst, Kultur, TV, Psychologie, Soziologie und Literatur

1988 dolmetschte ich eine dreimonatige Theaterarbeit für den französischen Regisseur François-Michel Pesenti, der am Düsseldorfer Schauspielhaus "Le Retour au Désert" des Franzosen Bernard-Marie Koltès inszenierte.
Von Mitte der 80er bis Mitte der 90er Jahre wohnte ich mit der französischen Übersetzerin Sylvie Coquillat zusammen und unterhielt mit ihr ein Übersetzungsbüro.
Wir übersetzten u.a. Drehbücher und Marktforschungsinterviews sowie Texte für die Filmstiftung NRW. Ich organisierte das französische Filmfestival "A propos du film" und wir dolmetschten die französischen Regisseure und Schauspieler, die dafür nach Düsseldorf kamen. Auch bei einem Köln-Düsseldorfer Projekt zur Aufarbeitung der Situation der Zwangsarbeiter im Rheinland während der Nazizeit wirkten wir als Dolmetscherinnen und Übersetzerinnen mit.

Beim englischen Programm der Deutschen Welle in Köln begann meine journalistische Tätigkeit. In den 90er Jahren war ich dann freie Nachrichten-Redakteurin für den europäischen Nachrichtensender Euronews in Lyon, wo ich im fünfsprachigen Team die Nachrichten aus aller Welt ins Deutsche zu bringen hatte. Auch organisierte ich als Rechercherin, Produktionsassistentin und Dolmetscherin für das gälische Europamagazin von BBC Scotland "Eorpa" Drehreisen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Für die Produktion der deutschen Fassung eines internationalen Management-Lehrfilmes zum Thema Teamarbeit, übersetzte ich das Drehbuch ins Deutsche, organisierte für Belles&Associates Köln und Hawkshead Ltd, London das Casting, war verantwortlich für das deutsche Produktionsmanagement und für das Protokollieren der Dreh-Anschlüsse (Continuity) während der Dreharbeiten in den Londoner Pinewood-Studios.

In der 2001 gemeinsam mit meiner Journalisten-Kollegin Sigrid Dethloff gegründeten Medienproduktions-GbR Courage Film TV Radio Print war ich unter anderem zuständig für alle fremdsprachlich zu führenden Verhandlungen, Gespräche und Interviews, für die englische Übersetzung und Untertitelung unserer Dokumentarfilme sowie für deren Vertonung.

Ein weiteres, mich sehr interessierendes Dolmetsch-Gebiet ist die Seminar-Arbeit: Ich dolmetschte mehrfach für das Odenwald-Institut, zum Beispiel Seminare zum Thema Community-Building. Für Landmark-Education in Frankfurt erprobte ich mich erfolgreich im Simultan-Dolmetschmarathon während des dreitägigen "Curriculums fürs Leben". Ich war tätig für das Aruna-Institut und deren französisch sprechenden spirituellen Lehrer Daniel Odier, der shivaitischen Tantrismus lehrt. Im Benediktushof von Willigis Jäger dolmetschte ich 2008 den britischen Buddhisten Stephen Batchelor in einem philosophischen Seminar über "Das Gute und das Böse".
Für Literaturseminare in der evangelischen Akademie Villigst war ich mehrmals im Auftrag der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V., in diesem Fall als Simultandolmetscherin aus der Kabine, jeweils abwechselnd Englisch und Französisch.

Für die Soziologie-Professorin Dr. Mechtild Oechsle (Gender-Studies an der Universität Bielefeld) übersetze oder lese ich immer wieder mal Korrektur. Aus einem gemeinsamen Projekt ist ein Buch entstanden: Für "Keine Zeit - Wenn die Firma zum Zuhause wird und zu Hause nur Arbeit wartet" von der amerikanischen Soziologin Arlie Russell Hochschild (leske + budrich 2002), sorgte ich für die redaktionelle Überarbeitung der Übersetzung und die Verbesserung von deren Lesefluss.

In Kooperation mit der Unternehmensberaterin Dorothee Hausmann, Chefin der Firma syntom.com dolmetschte ich für europäische Führungskräfte von Chanel, Frankreich ein Seminar zu Lerntheorien, Hirnforschung und Transaktionsanalyse.

Für die "Stiftung Mercator - Zukunftsakademie NRW" in Bochum sorgte ich im Rahmen einer in der Jahrhunderthalle Bochum abgehaltenen Zukunftswerkstatt "Im Herzen der Künste - Ihre kreativen, kulturellen und historischen Prozesse sowie Methoden für ihre Vermittlung" für die Verständigung der TeilnehmerInnen mit vier französischen KünstlerInnen.

In der Solinger Filiale der Groupe SEB Deutschland GmbH dolmetschte ich im Auftrag des französischen Qualitätsmanagements dolmetsche seit 2015 jeweils ein bis zwei mal pro Jahr mehrtägige Marktforschungsinterviews zu Haushaltsgeräten.

Seit 2015 übersetze ich auch regelmäßig den Newsletter vom Düsseldorfer "Theater der Klänge" ins Englische.