Mein Fachgebiet "Genitale Selbstbestimmung"

Aufklärung über Genitalbeschneidungen und über Zwangsheirat und "Ehr"verbrechen

1998 begegnete mir auf einer Äthiopienreise das Phänomen der weiblichen Genitalverstümmelung. Das Leiden der betroffenen Frauen hat mich seither nicht mehr losgelassen. In zunächst zehnjähriger gemeinsamer journalistischer Arbeit mit meiner Kollegin Sigrid Dethloff sind diverse Artikel, Radio- und TV-Produktionen sowie zwei internationale TV-Dokumentationen entstanden. Wir bekamen mehrere Auszeichungen dafür. Nach ausgiebiger Beschäftigung mit zunächst der weiblichen Genitalverstümmlung kamen wir durch Zusammenarbeit mit TERRE DES FEMMES zum Themenbereich Zwangsheirat, "Ehre", "Ehr"verbrechen und entdeckten bald Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Themen und deren Wurzeln in der patriarchalen Gesellschaftsordnung. Hier mehr dazu.

Seit 2006 halte ich Vorträge zu Zwangsheirat und weiblicher Genitalverstümmelung. In meinem Veranstaltungsarchiv finden Sie die diversen bundesweiten Veranstaltungen, in denen ich aufgetreten bin.

Seit seiner Gründung im März 2007 besuche ich regelmäßig den "Runden Tisch NRW gegen die Mädchenbeschneidung" und bilde mich dadurch laufend fort.

2011-2014 war ich ehrenamtlich Mitglied im Vorstand von pro familia Nordrhein-Westfalen. In diese Zeit fiel das Kölner Beschneidungsurteil (7.5.2012), das erstmals eine nicht medizinisch begründete Jungenbeschneidung als Körperverletzung verurteilte. Da ich schon länger begonnen hatte, auch die Jungenbeschneidung kritisch zu sehen, initiierte und organisierte ich im Herbst 2012 einen Fachtag zur Jungenbeschneidung für pro familia NRW. Dabei entdeckte ich erstaunliche Parallelen zur Mädchenbeschneidung. Zur Vertiefung hier meine Betrachtung: "Weibliche Genitalverstümmlung versus Jungen-"Beschneidung - Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede".

Im Frühjahr 2013, nachdem das Thema auch in den Facharbeitskreisen von pro familia NRW ausgiebig durchgesprochen worden war, war ich Mitautorin der Stellungnahme von pro familia NRW zur Jungenbeschneidung. Ich war auf mehreren Kongressen zur Jungenbeschneidung, bin gut vernetzt mit den Betroffenenverbänden und bemühe ich mich seit 2014 nun auch um Aufklärung über die schädlichen Auswirkungen der Jungenbeschneidung: So beobachte ich zum Beispiel alljährlich die Aktivitäten und Entwicklungen rund um den am 7. Mai stattfindenden "Weltweiten Tag der genitalen Selbstbestimmung" und bin dort auch jeweils im Auftrag von pro familia NRW.

2016 war ich mit meinem Film "Hibos Lied - Beschnittene Frauen und die Macht der Tradition" beteiligt an einer von Mogis e.V. und pro familia NRW ausgerichteten Filmtournee rund um den Welttag der genitalen Selbstbestimmung. Gemeinsam mit dem israelischen Filmemacher Ari Libsker, der seinen Film "Circumcision" vorstellte und dem Kölner Trickfilmkünstler Gregor Zootzsky, (www.gregorzootzky.de/animationen.html), der mit seinem Zeichentrickfilm "Hermes und Aphrodite" die Problematik der mangelnden gesellschaftlichen Akzeptanz von intersexuell geborenen Menschen vertrat, diskutierten wir in München, Düsseldorf, Köln, Berlin zur Frage der genitalen Selbstbestimmung. Hier ein Zusammenschnitt der Podiumsdiskussionen und zwei Berichte über diese Tournee: ausführlich und kürzer gefasst.

Im September 2016 hielt ich zusammen mit dem Kinderchirurgen Dr. Kolja Eckert und dem muslimischen Betroffenen Önder Özgedey einen Vortrag auf dem Essener Kongress der Kinderschutzzentren, woraus der Artikel "Beschneidung von Jungen und Mädchen - (K)ein Thema für den Kinderschutz?" entstanden ist.

Am 8.5.2017 werde ich bei der Fachtagung "Jungenbeschneidung in Deutschland. Eine Bestandsaufnahme" in der Universität Düsseldorf als Referentin auftreten.

Betonen möchte ich, dass es mir um wissenschaftlich fundierte Aufklärung geht und um die Einhaltung der Menschenrechte. Wenn ein erwachsener Mensch ausreichend informiert entscheidet, sich beschneiden lassen zu wollen, ist das sein Recht auf Selbstbestimmung und möglicherweise auch sein Recht auf das Ausüben eines religiösen oder traditionellen Rituals. Kinder aber sollten nach meiner Überzeugung vor solchen Übergriffen geschützt werden, damit auch sie später, wenn sie erwachsen sind, selbstbestimmt entscheiden können, was sie für sich wollen.

Ich distanziere mich ausdrücklich von allen Versuchen, dieses Thema in eine fremden- oder religionsfeindliche Ecke zu drücken. Da gehört es nicht hin. 11% der Männer in Deutschland sind beschnitten, lediglich ein Elftel von ihnen aus religiösen Gründen. Das ist also kein religiöses Minderheitenthema. Es geht uns alle an.

Das Bild unten ist entstanden auf der Jahresversammlung 2017 von Intact Dänemark, ein Beleg dafür wie multikulturell die Szene der Aktivisten für die genitale Selbstbestimmung aufgestellt ist.

Die genitale Selbstbestimmung ist ein Beziehungsthema, sowohl zwischen den Generationen als auch zwischen Mann und Frau: Die weibliche Genitalverstümmelung betrifft auch Männer als Partner von beschnittenen Frauen und als Väter, die ihre Töchter schützen könnten, wenn sie sich denn mit diesem Thema befassen würden. Doch wer selbst beschnitten ist, neigt zu Verharmlosung und in den Ländern, wo Frauen beschnitten werden, sind es die Männer meist auch. Zudem gilt die Mädchenbeschneidung immer noch als Frauensache. Das muss sich ändern. Das gleiche gilt umgekehrt für uns Frauen: Vorhautamputationen können negative Auswirkungen auf das Sexualleben haben - auch auf uns als Partnerinnen beschnittener Männer. Entsprechendes Wissen hierzu ist wichtig. Und als Mütter können wir unsere Kinder nur wirksam schützen, wenn wir entsprechend sachlich aufgeklärt sind. Auch die Jungenbeschneidung ist also nicht nur Männersache.

Ich möchte zur Aufklärung beitragen und komme gern zu Vorträgen, schreibe Artikel, produziere Radio- oder TV-Beträge, moderiere Diskussionen oder diskutiere mit bei diesem Themenbereich, gern auch auf Englisch und Französisch und auch als Dolmetscherin.

Ich freue mich auf Ihre Anfrage.



Die Multikulturalität der Beschneidungsgegner: Intaktivisten-Treffen bei der Jahresversammlung von Intact Dänemark

Die Multikulturalität der Beschneidungsgegner: Intaktivisten-Treffen bei der Jahresversammlung von Intact Dänemark